Eisstalagmiten in winterlichen Höhlen

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Eiszapfen und Eisstalagmiten am Höhleneingang.
Grotte de la Borne de Martinvaux bei Loray, Jura

Eisstalagmiten, Eiskeulen oder Eismännchen (stalagmites de glace) bilden sich bei Frost im Eingangsbereich von Höhlenportalen. Sie wachsen wie Stalagmiten von unten nach oben dem Tropfwasser, aus dem sie gebildet werden, entgegen. Daher können sich Eisstalagmiten nur dann bilden, wenn kalte Luft am Tropfwasser vorbei in die wärmere Höhle zieht. Wenn die Luft zu kalt ist, friert das Wasser gleich dort, wo es aus der Decke austritt, und bildet Eiszapfen. Kalte Luft zieht im Winter an den unteren Eingängen in die Höhle, während die angewärmte Luft an den oberen Eingängen wieder austritt. Im Sommer geht die Luftbewegung in der umgekehrten Richtung.

Die hier gezeigten Eisstalagmiten sind bis zu 50 cm hoch. Ihre Formen sind ähnlich vielfältig wie die von Tropfsteinen. Sie sind unterschiedlich dick und haben mal einen runden, mal einen flachen Kopf. Oft sind sie klar und durchsichtig, oft aber auch trüb durch Lufteinschlüsse. Wenn sie am Rand eines Steines sitzen, können sie unten in einen Eiszapfen übergehen. Besonders eindrucksvoll sind sie, wenn sie im Gegenlicht leuchten.