Eiszapfen in winterlichen Höhlen

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Eiszapfen.
Glacière des Granges du Roi bei Pierrefontaine les Varans, Jura

Jeder kennt Eiszapfen, die sich bei Frost an Dächern bilden. Auch im Eingangsbereich von Höhlen entstehen Eiszapfen, wenn das Wasser, das von der Decke tropft, gefriert. Dabei entstehen Formen, die den Stalaktiten ähnlich sind. Nur Eisbildungen wie Sinterröhrchen sind nicht möglich, da die Tropfen nicht nur am Rand, sondern komplett gefrieren. Da das Wasser also nur aussen am Eiszapfen entlangfliessen kann, sind Eiszapfen meistens oben dicker wie unten. Auch Eisfahnen, ähnlich den Sinterfahnen, sind möglich. Glatte Eiszapfen bilden sich aus wenig Wasser, das gleichmässig herabfliesst. Wenn mehr Wasser herabfliesst, bilden sich rhythmische Verdickungen, und am Boden bilden sich dann Eisformen, die dem Knollensinter entsprechen. Die Tatsache, dass die Formen im Eis denen des Sinters entsprechen, zeigt, dass in beiden Fällen für die Formbildung das Flüssige (Wasser) und nicht die feste Substanz (Eis, Kalk) entscheidend ist.