Höhlen im Gips

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Gang mit Bach in einer Gipshöhle. Die Lösungskraft des Wassers wird in den Fliessfacetten an Decke und Wänden deutlich. Der Gang ist knapp 1 m hoch.
Trübbachhöhle bei Marul, Alpen

Gips, ein Kalziumsulfat, ist leichter in Wasser löslich als Kalk (ca. 2 g/l bei 20 °C). Das bedingt, dass Gips viel seltener als Kalk an der Erdoberfläche zu finden ist, und dass die Lagerstätten viel kleiner sind. Entsprechend sind auch die Höhlen viel seltener und kleiner. Die Raumformen sind denen der Kalkhöhlen ähnlich, und die Wände sind häufig mit Fliessfacetten bedeckt. Am Boden sammeln sich die unlöslichen Teile in Form von Tonen, Sand, Kies und Kalksteinen.

Anders als gelöster Kalk, der durch Abgabe von CO2 aus dem Wasser ausfällt, kann Gips nur durch Verdunstung des Wassers wieder ausgefällt werden, was in Höhlen praktisch nicht vorkommt. Daher fehlen Sinter und Tropfsteine.