Stalaktiten

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Verschiedenartige Stalaktiten. Neben dünnen Röhrchen gibt es dickere Stalaktiten und welche, die sich durch einseitiges Wachstum zu Sinterfahnen umformen. Einer hat den zugehörigen Stalagmiten erreicht und eine Säule gebildet.
Grotte du Château de la Roche bei Chamesol, Jura

Kalk ist Kalziumkarbonat und nur wenig in Wasser löslich (14 mg/l bei 20 °C). Wenn das Wasser Kohlendioxid enthält und dadurch das Karbonat in Hydrogenkarbonat umgewandelt wird, nimmt seine Löslichkeit deutlich zu (0,85 g/l bei 20 °C, 1,56 g/l bei 0 °C). Umgekehrt nimmt die Löslichkeit des Kalkes ab, wenn das Wasser Kohlendioxid wieder abgibt. Dabei bildet sich in Höhlen Sinter, der in vielfältigen Formen als Tropfstein abgelagert wird.

Da die Höhlenluft normalerweise mit Wasser gesättigt ist, ist die Kalkablagerung durch Verdunstung des Wassers seltener als die Tropfsteinbildung durch Abgabe von Kohlendioxid. Sie führt eher zu kristallinen Ablagerungen. Verdunstung setzt normalerweise einen Luftaustausch mit der Oberfläche voraus und damit, wenn sie in tieferen Höhlenteilen auftritt, einen entsprechenden Luftzug. Bei der Verdunstung wird meistens auch Kohlendioxid abgegeben, was die Kalkabscheidung verstärkt.

Deckentropfsteine (Stalaktiten) wachsen von der Decke aus nach unten. Sie beginnen dort, wo Wasser von der Decke tropft, als dünne Sinterröhrchen. Deren Durchmesser ist so gross wie ein Tropfen, an dessen Rand sich der Kalk absetzt. Daher sind sie hohl. Ausserdem sind sie durchscheinend und sehr zerbrechlich. Wenn später Wasser aussen am Sinterröhrchen entlangfliesst, wird das Röhrchen dicker. Dieses Dickenwachstum kann zu regelmässigen Deckenzapfen oder durch einseitigen Zuwachs zu fahnenartigen Gebilden führen. Häufig entsteht durch das abtropfende Wasser am Boden ein korrespondierender Stalagmit.